Shii-take.de unterstützt ZERI (Zero Emissions Research and Initiatives = 'Forschungsinitiativen für die Null-Emission')

Was ist ZERI ?
ZERI ist ein internationales Netzwerk von Akademikern, Geschäftsleuten, Verwaltungsfachleuten, Landwirten und Pädagogen, die Lösungen für die Grundbedürfnisse der Menschheit - Wasser, Nahrung, medizinische Versorgung, Behausung, Energie und Arbeit - erarbeiten. ZERI entwirft nach dem Vorbild der Natur und unter Anwendung geeigneter technischer Hilfsmittel ganzheitliche Strategien für die Industrie und Landwirtschaft, s. auch  www.ZERI.org .

Der Kontakt zwischen ZERI und shii-take.de entstand auf der Weltausstellung Expo 2000. Dort hat ZERI einen Bambus-Pavillon gebaut und darin weltweite Projekte vorgestellt.

Eins dieser Projekte ist der Anbau von Shii-Take-Pilzen auf Kaffeepflanzenresten in Kolumbien. Zeri zeigt hier eine Art Wirtschaftskreislauf, der Kleinbauern und Kaffeefarmern neue Produktionsmöglichkeiten eröffnet:

Die Kaffee-Bauern ernten die Früchte (2 Kaffeebohnen in einer Art Beere) von den Kaffeesträuchern. Die Erntemenge beträgt nur ca. 3,7 % der gesamten Biomasse der Sträucher. Wird das Fruchtfleisch von den Bohnen getrennt, so betragen diese nur noch 0,2 % der Biomasse, d.h. 98,8 % finden üblicherweise keine Verwendung.

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Kaffeesubstrat mit Pilzmycel, Durchwachsphase

In einem Forschungsprojekt unter Mitarbeit von Frau Carmenza Jamarillo und Frau Maria Aponte (Kolumbien) sowie Prof. Dr. S. T. Chang (Chinese University of Hong Kong) konnte gezeigt werden, daß von 100 kg Kaffeestrauchresten (Rückschnitt der Sträucher, Blätter, Fruchtfleisch) 75 kg Pilze geerntet werden können. Hierfür ist lediglich das Sterilisieren und Pasteurisieren der Planzenreste notwendig.

Die Ernte der Pilze bedeutet ein wesentliches zusätzliches Einkommen für die Kaffeebauern, deren Einkünfte allein durch Kaffeeanbau wegen der weltweiten Überproduktion immer niedriger werden.

Nach dem Ernten der Pilze kann das Substrat noch weiter genutzt werden:

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Kaffeesubstrat mit Shii-take-Fruchtkörpern

Durch den Pilzanbau werden pflanzl. biochemische Stoffe so weit abgebaut, daß die Pflanzenreste sogar zu wertvollen Futter für Schweine und Rinder werden. Die Kaffeebauern, die sich für diese Produktionsart entschließen, brauchen also nicht ihre Plantagen abzuholzen, um auf Weideland Vieh zu züchten, sondern können mit dieser von Zeri entwickelten Methode ihre Tiere mit Abfallprodukten füttern. 1 Hektar Weideland ergibt Futter für zwei Rinder, bei Pilzzucht auf Kaffeeresten können 8 Rinder pro Hektar Kaffeeplantage gefüttert werden.

Vorteile sind für die Bauern ein Einkommen, was nicht nur von einem Endprodukt abhängt und für die Umwelt der Bodenschutz (Vermeidung von Erosion auf Weideland).

Ein weiterer Baustein in dieser Bewirtschaftung ist die Produktion von Biogas aus dem anfallenden Tiermist. Hieraus kann Strom gewonnen werden, der benötigt wird, um die Pilzsubstrate zu sterilisieren und zu pasteurisieren.

Nicola Krämer, Hannover * Pilzbrut u. Pilzpulver seit 1999 * Home Kontakt/Disclaimer