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Kulturträuschling (Stropharia rugosoannulata)

Der Kulturträuschling wird leider gelegentlich auch als Braunkappe bezeichnet. Das kann zu folgender Verwechslung führen: Auch der Maronenröhrling (Marone, Boletus badius, syn. Xerocomus badius) wird im Volksmund als Braunkappe bezeichnet. Der Maronenröhrling ist ebenso wie der Steinpilz nicht kultivierbar. Wenn man also über den Anbau von Braunkappe spricht, so ist immer der Kulturträuschling (Stropharia rugoso-annulata) gemeint.

Er ist in Europa heimisch und tritt meist in den Sommer- und Herbstmonaten auf Mulchflächen, rottendem Stroh und Holz in Gruppen auf. Der Pilz hat ein fast klassisches Aussehen, er wird oft auch als steinpilzähnlich bezeichnet, kommt diesem aber geschmacklich leider nicht nach.
Kulturträuschlinge haben einen braunen Hut, im Jungstadium ist dieser eher rauh und halbkugelförmig und später ausgebreitet und kann dann rauh oder glatt sein.

Der Hut kann im Durchmesser 10 cm groß sein (gelegentlich auch bis 20 cm). Der Pilz wächst meist in Gruppen, hierbei kann es dann auch kleinere Pilze geben (auch “Nachzügler” nach einer Haupterntewelle). Die Lamellen sind zunächst grau und später dunkelviolett. Der Stiel ist von heller Farbe und kräftig und kann bei großen Exemplaren bis zu 10 cm lang sein. Geerntet wird der Pilz am besten, wenn der Hut glockenförmig aufgegangen ist. Der Pilz wird samt Stiel aus dem Substrat gedreht.

 

Anfang der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde der Pilz und die Möglichkeit, ihn anzubauen, eher zufällig entdeckt. Damals wurde auf der Karlshorster Rennbahn in Berlin (Ost) Kartoffeln gelagert und mit Stroh abgedeckt. Das Stroh wurde dann nach Öffnung der Mieten beiseite geschoben und auf diesen “Abfallbergen” trat der Kulturträuschling bzw. seine Urform, der “Rotbraune Riesenträuschling” anschließend regelmäßig und massenweise auf. Die VEG Champignonzucht in Dieskau beschäftigte sich dann mit dem erwerbsmäßigen Anbau und nannte die entwickelten Zuchtformen zukünftig Kulturträuschling.

 

Kulturträuschling (früher auch Braunkappe)
Kulturträuschling auf Strohmehl im Eimer ohne Boden. Die Pilze sind sogar ausgewandert.

Angebaut werden kann der Pilz auf Stroh, d.h. auf Strohballen oder auf Strohmehl. Auch auf Schreddergut von Laubholzsträuchern kann man ihn kultivieren.

 

Der Kulturträuschling benötigt Bodenkontakt. Baut man ihn auf Strohmehl an, so kann man einen Rahmen bauen oder die Mischung aus Stroh und Brut in einen Eimer ohne Boden einfüllen. Dieser kann dann mit ein paar Zweigen abgedeckt werden, um für etwas Schatten zu sorgen. Wenn das Mycel im Stroh gut durchgewachsen ist, so sollte etwas Deckerde aufgebracht werden.

Eine Anleitung für den Anbau finden Sie hier.

 

Wird im Gewächshaus angebaut, so sollte die Substrattemperatur 35° nicht übersteigen. d.h. im Hochsommer kann man keine Kulturen dort anlegen.

 

 

 

 

 

Steckbrief Kulturträuschling

Geschmack und Zubereitung:

Es empfiehlt sich eine frühzeitige Ernte, d. h. bevor der Hut sich aufgestellt hat. Werden die Pilze nämlich überreif geerntet, so können die Sporen das Blanchierwasser dunkel färben. Der Geschmack des Pilzes wird roh als rettichartig bezeichnet. Er schmeckt auch leicht nussig.

Auch der größte Teil des Stiels kann mitverarbeitet werden. 

Der Beirat der deutschen Gesellschaft für Mykologie verzeichnet einige Berichte über Unverträglichkeiten dieses Pilzes.

Produktion und Handel:

Der Pilz hat heute keine gewerbliche Bedeutung mehr.

Anbau im Garten:

Gelingt recht zuverlässig auf Strohballen.

Unsere Produkte:
Pilzbrut vom Kulturträuschling

 

© Nicola Krämer, Pilzbrut und Anbauberatung seit 1999