Häufig gestellte Fragen zum Pilzanbau |
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Folgende Zusammenstellung gibt Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema Pilzanbau. Diese Seite wird immer
wieder ergänzt. Falls Sie hier keine entsprechende Antwort auf Ihre Frage finden, können Sie auch gern eine eMail schreiben.
1. Impfdübel oder Körnerbrut: was ist besser? Die Dübel (Impfstäbchen) haben eigentlich “historisch” die Körnerbrut abgelöst, trotzdem ist diese weiterhin verfügbar. Dübel sind einfacher zu
verarbeiten als Körnerbrut und dazu üblicherweise in kleineren Mengen erhältlich (ab 50 Stück pro Sorte). Körnerbrut verschiedener Pilzarten ist bei uns auch ab 1 liter lieferbar. Die Lieferzeiten können aber manchmal
etwas länger sein als bei den Dübeln, dafür kommt die Brut dann aber auch sehr frisch bei Ihnen an. Es gibt für Körnerbrut die Schnittimpfmethode und auch die Bohrlochmethode: Das Einfüllen der Körnerbrut ist mit
Schnittimpfmethode umständlicher: Schnitt mit Kettensäge halb durch den Stammquerschnitt, Die Brut wird hineingestopft und mit (transparentem) Paketklebeband zugeklebt.
2. Wie lange sind die Dübel haltbar? Wie sind sie zu lagern? Dübel und Pilzbrut überhaupt sollte möglichst frisch bestellt werden, da es ja ein lebendiges Produkt ist und die Vitalität mit dem Alter abnehmen kann (wer kennt
das nicht?). Die Brut ist steril verpackt und soll erst zum Verarbeiten geöffnet werden. Die Dübel sind mehrere Wochen im Kühlschrank haltbar, u. U. sogar Monate, dies richtet sich nach der Stärke des Mycelwachstums.
Lackporling wächst extrem langsam, Shiitake und Austernpilz schneller. Die Kühlung verlangsamt das Mycelwachstum. Die Dübel werden nach Wochen oder Monaten der Lagerung nicht unbedingt schlecht, es kann eher passieren, daß das Holz
zersetzt wird und die Dübel somit weich werden. Sie sind dann nicht mehr so gut zu verarbeiten. Also: möglichst nicht mehr als drei bis 4 Wochen im Kühlschrank lagern.
3. Wann ist die beste Jahreszeit zum Impfen der Hölzer? Frühjahr bis Frühsommer ist eigentlich die beste Zeit. Dann steht frisch geschlagenes Holz aus dem Wald zur Verfügung und die Stämme können bereits im Garten in eine
Miete ausgebracht werden (keine starken Fröste mehr). Das Holz aus dem Einschlag im Spätwinter bzw. kurz vor dem Blattaustrieb soll den höchsten Zuckergehalt haben, was für das Pilzwachstum am günstigsten ist. 4. Ist es möglich, Pilze auf einem Balkon anzubauen? Dabei ist zu beachten: Pilze brauchen
immer Schatten und dazu am besten nicht zuviel Luftzug, um hohe Verdunstung zu vermeiden. Ein Süd- oder Westbalkon ist also nicht geeignet! Da Shiitake-Hölzer ohne Erdkontakt aufgestellt werden, würde ich diese Kultur/Hölzer
nicht für den Balkon empfehlen. Sie werden Mühe haben, diese feucht genug zu halten. Es würden sich Austernpilz oder noch besser Ulmen-Seitling anbieten. Diese können in einen großen Topf (unten mit Wasserabzug!)
"gepflanzt" werden, der Topf sollte natürlich schattig stehen. d.h. die Hölzer werden geimpft, wachsen in einem Foliensack etwa 3-4 Monate durch (wie üblich, steht in der bei Bestellung mitgelieferten Anleitung) und
statt diese dann in den Gartenboden einzugraben, werden diese in einen Topf gesetzt, der um den Stamm mit nahrhaftem Substrat gefüllt wird. Hier bietet sich dann an, diesen z. B. mit Kompost-Strohgemisch oder Kompost-Sägemehl
zu füllen (auch grobes Einstreu-Sägemehl für Kleintiere). Das ganze wird dann feucht (aber nicht nass) gehalten. u.U. ist ein Verdunstungsschutz (Plastiktüte) insbes. in der Einwachsphase günstig.
5. Soll man eingegrabene Stämme im Winter vor Frost schützen? bzw. Die Stämme brauchen nicht abgedeckt werden. In wärmeren Phasen im
Winter können auch Fruchtkörper (z.B. vom Austernpilz) wachsen. Alle angebotenen Pilzarten wachsen in unserem Klima und vertragen Frost, wenn das Mycel in den Stamm eingewachsen ist. Einzig der Rosa Seitling (Flamingo) ist etwas
wärmebedürftiger, d. h. die Stämme sollen im Winter abgedeckt werden oder die Sorte kann im Gewächshaus angebaut werden. 6. Wie lange dauert es vom Impfen der Hölzer bis zur ersten Ernte?
Das hängt sowohl von der Pilzart und auch der Holzart ab. Schneller geht es bei Austernpilz oder Ulmenseitling. Wenn im Spätwinter (d.h. zunächst Lagerung der Stämme im frostfreien Raum, z.B. Keller) oder im
zeitigen Frühjahr geimpft wird, kann es gut sein, dass im Herbst schon eine erste Ernte möglich ist. 7. Wann sollen die Stämme aus der Miete geholt werden? Für alle Pilzarten gilt erstmal:
Sie werden aus der Miete genommen, bis an den Stirnseiten das Mycel gut zu sehen ist, was bedeutet, dass der ganze Stamm davon durchwachsen ist. Das kann z. B. beim Austernpilz
innerhalb von 4 - 5 Monaten geschehen (abhängig von Temperatur und Holzart. Weichholz, z.B. Pappel, geht schnell). Mit dem Eingraben der Stämme sollte man nun nicht allzu lange warten, denn das Eingraben verhindert das Austrocknen der Stämme. Das Mycel ist nun so vital und dicht unter der Oberfläche des Holzes, dass es nun von dort rasch auch in den Boden einwachsen wird. Ein Austrocknen durch zu lange Lagerung in der Miete würde es jetzt nur schwächen.
Der Shiitake
kann auch länger als das Durchwachsen in der Miete bleiben (muss er aber nicht). Er durchwächst das Holz nicht so rasch wie der Austernpilz und braucht auch länger, bis er die ersten Fruchtkörper bildet. D.h. er hat eine recht lange Phase, in der das Holz durchwachsen ist, aber noch Nährstoffe für die ersten Fruchtkörper gespeichert werden müssen.
Aufgestellte Shiitake-Hölzer:
In heißen Sommern kann es schon mal passieren, dass die Stämme Trockenrisse bekommen. Ein warmer Sommerregen oder gelegentliches, aber starkes Gießen sorgt aber immer wieder für Ausgleich, Feuchtigkeitsschwankungen vertragen die Hölzer.
Shiitake-Hölzer in der Miete:
Wichtig ist, dass die durchwachsenen Hölzer nicht austrocknen, aber dennoch ausreichend Frischluft bekommen, d.h. die Miete gelegentlich Lüften und kontrollieren, dass die Stämme in der Miete nicht austrocknen! In einer Miete kann der Feuchtegehalt evtl. immer weiter sinken und vielleicht ein Minimum unterschreiten. Deswegen lassen Sie die Hölzer nur in der Miete, wenn Sie sie dort nicht vergessen!
8. Was ist das beste Holz für Shiitake-Anbau? Eichenholz mit einem Durchmesser von ca. 10 cm ist eigentlich am besten, Sie können aber auch Hölzer mit einem Durchmesser bis etwa 15 cm
verwenden. Buche (Rotbuche) und Birke können auch verwendet werden, aber bei Buche kann es manchmal zum Abblättern der Rinde kommen und das ist ungünstig. Birke wird schneller morsch weil es recht weiches Holz ist. 9. Welche Pilze kann man auf Stroh anbauen? Shii-Take gelingt nicht auf Stroh, aber der Austernpilz ist dafür
geeignet. Hierfür nimmt man aber besser Körnerbrut, die Dübel verschwinden ja quasi im Stroh und es würde zu lange dauern, bis der ganze Strohballen von den Dübeln aus besiedelt ist. Auch Braunkappen werden auf Stroh angebaut. Eine
10. Ist das Versiegeln mit Latex sehr wichtig und wo bekommt man es? Die Schnittstellen
(Stirnseiten) der Hölzer können mit Latexmilch oder Latexbindemittel eingestrichen und somit versiegelt werden, müssen es aber nicht. Wenn nur kleine Mengen Stämme geimpft werden, so geht es auch ohne. Das Versiegeln bewirkt
einen Schutz vor dem Austrocknen und Fremdpilzbefall. 11. Welche
Pilzarten wachsen unkompliziert und zeigen schnell die ersten Fruchtkörper? Der Austernpilz wächst sehr schnell in das Holz ein und brauchen nicht so lange zur Fruchtkörperbildung wie der Shii-Take. Wenn man im Frühjahr
impft, kann es sein, dass schon im Herbst oder dann zum nächsten Frühjahr die ersten Pilze am Austernpilzholz erscheinen. Der Shii-Take wächst auch schnell ins Holz ein, er braucht aber noch eine Ruhephase, in der er Nährstoffe
speichert, die recht lang dauern kann (kann schon mal 24 Monate dauern). Geben Sie Ihre Shii-take-Hölzer also nicht zu früh auf, wenn sich erstmal keine Pilze zeigen. |
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Nicola Krämer, Hannover * Pilzbrut u. Pilzpulver seit 1999 * Home Kontakt/Disclaimer |
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